Brittany hat mir auch gleich mal ein Fahrrad besorgt. Doch ein normales Fahrrad wäre in Richmond ja langweilig. Hier fährt man zum größten Teil mit Fixie Bikes durch die Gegend. Das war auch das erste Mal, dass ich mit solchen Teilen in Kontakt gekommen bin. Denn wie man bei gewissen Quizspielen schon gelernt hat, sind diese Räder in Deutschland nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. Es hat aber Spaß gemacht damit Richmond zu erkunden. Zumal man überall dort gut hingekommen ist, wo es mit dem Auto recht schwierig gewesen wäre oder man sonst so nie gefunden hätte. So zum Beispiel eine kleine Insel mitten im Fluss, der durch Richmond fließt. Das lustige dabei ist, dass der Fluss zu Fuss auch locker durchquert werden kann. Denn an den meisten Stellen ist er gerade mal einen halben Meter tief. Und die ganzen Steine dazwischen lassen einen, bei gekonnten Sprüngen, sogar trocken ans andere Ufer ankommen.

Am zweiten Tag habe ich mich mit dem Rad in andere Gebiete von Richmond begeben. Dort schaute ich mir die ehemaligen Manufakturen an, die jetzt zu wunderbaren Wohnungen umgebaut wurden. Sah auch verdammt teuer aus. Weiter ging es durch einige Parks, durch die auch Schienen für Güterzüge verliefen. Waren natürlich abgesperrt. Doch man konnte an vielen Stellen erkennen, dass einige Leute vor mir diesen Zaun nicht ganz ernst genommen haben. Und dieser Güterzug der dort Stand hat mich schon gereizt, so dass ich diese Öffnungen in dem Zaun mal als Durchgang interpretiert habe. Doch nach kurzer Zeit zwischen und auf den ganzen Kohlewagons hörte ich ein lautes Knallen und ich merkte wie der Zug sich auf einmal in Bewegung setzte. Zu diesem Zeitpunkt stand ich aber genau zwischen zwei Wagons und ich sah mein Leben schon an mir vorbeiziehen. Doch es ist mir mit zwei gezielten Sprüngen gelungen wieder neben den Schienen und dem fahrenden Zug zu stehen.

Am nächsten Tag war es auch wieder soweit und es ging nach Washington D.C.. In dieser Stadt fühlte ich mich das erste mal ein klein wenig nach Europa versetzt. Denn von der Architektur her würde ich Washington D.C. nicht wirklich als typisch amerikanische Stadt bezeichnen wollen.

Tagsüber war in D.C. mal Kultur angesagt. So wurden am ersten Tag sämtliche wichtigen Gebäude mal aus nächster Nähe betrachtet. Am zweiten Tag war ich im Luft- und Raumfahrt Museum, da es draußen nicht wirklich trocken war um dort was unternehmen zu können. Da die Museen dort sowieso alle kostenlos sind, kann man schon mal zu einem Museumshobber werden.

Natürlich durfte auch die alte Dame vor dem weißen Haus nicht fehlen. Die sitzt dort schon seit 1981 und will solange bleiben, bis, wie sie es grob beschreibt, die Politiker dort mal alle wieder klar kommen. Doch sie meint auch, dass sie sich schon vor dem weißen Haus sterben sieht.

An meinem letzten Abend verschlug es mich mit Danny und ein paar Freunden in die ein oder andere Bar.

Bei strömendem Regen ging es dann einen Tag später mit einem kleinen Zwischenstopp in Baltimore Richtung Philly. Dort angekommen hat uns Jason auch gleich was zu essen gemacht. Er kocht sehr gerne und das hat man auch geschmeckt.

Natürlich musste ich am nächsten Morgen auch gleich raus um mal ein paar Eindrücke von dieser Stadt zu sammeln. Da Jason in der nähe von Downtown wohnt, war alles zu Fuss erreichbar. Meine erste Anlaufstelle sind die „Rocky-Steps“ gewesen. Von dort aus hatte man auch einen super Blick auf die Skyline von Philly. Als ich später dort so durch gegangen bin, fühlte ich mich gleich irgendwie ein wenig wie in New York. Diese Stadt ist bestimmt schon mal ein kleiner Vorgeschmack von dem, was mich dann im Big Apple erwarten wird.

Abends ging es wieder mit Jason und seinen Freunden weg. Und was ich in den letzten Wochen in den Bars gelernt habe, ist folgendes: Wenn man irgendwie Cola oder ähnliches bestellt, immer sagen, dass dort nur ganz wenig Eis rein soll. Denn Standard in den USA ist es, das Glas bis oben hin mit Eis zu füllen und das Getränk (Bier mal ausgenommen) einzufüllen. Zum einen ist von der Cola selbst nicht allzu viel vorhanden. Und wenn man zu lange mit dem Trinken wartet, hat man eine sehr sehr wässrige Cola. In diesem Falle ist weniger am Ende doch mehr. Das kann einem aber auch vollkommen egal sein, denn irgendwie ist in den Bars Wasser oder Cola (mehr habe ich noch nicht an alkoholfreien Getränken ausprobiert) vollkommen kostenlos. Warum auch immer. In Restaurants hingegen ist es kostenpflichtig.

4 Beiträge zu “Weniger ist manchmal doch mehr”

  1. yeah. das rocky video is der knaller ! ich suche meins….ich war damals auch in der rocky ausbildung als ich vorm museum in phili stand 🙂
    man oh meter…deine gastgeber hören sich ja immer wie absolute glücksgriffe an 🙂 wie geil ! hat dir dc gefallen ? war gerad echt n ritt in die vergangenheit für mich als ich durch deine bilder bin 🙂
    good job !hugs
    sandriiiiii

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