Ich habe mich entschieden San Francisco einen eigenen Blog zu widmen. Das liegt unter anderem daran, dass mich diese Stadt bisher am meisten von allen fasziniert hat. Aber auch an diesem vielen Material, was in dieser Stadt zusammen gekommen ist.

Auf jeden Fall bin ich hier vor vier Tagen angekommen und habe mich als erstes auch gleich bis zur Westküste durchgeschlagen. Dort konnte ich endlich mal einen Sonnenuntergang über dem offenen Meer betrachten. Was an der Ostküste nur in Form eines Sonnenaufgangs möglich war. Auf jeden Fall habe ich nach knapp 70 Tagen in den Staaten das erste mal Kontakt mit dem Pazifik gehabt.

Anschließend habe ich mich auf zu meinem Gastgeber gemacht, der, wie es schon das ein oder andere mal der Fall gewesen ist, in einem Loft wohnt. Er war gerade dabei Abendbrot zu machen und hat mich dazu auch herzlich eingeladen.

Ich wusste, dass ich hier nur volle 3 Tage bleiben werde, so dass ich mir erst einmal einen Plan machen musste, was mich alles interessiert und ob das auch alles in dieser Zeit zu schaffen war.

Als erstes habe ich mich bei diesem wunderschönen warmen Temperaturen, unter dem strahlend blauem Himmel auf zur Golden Gate Bridge gemacht. Es war zwar nur eine normale Brücke, doch von ihr aus hatte man einen guten Blick über den nördlichen Teil der Stadt inklusive Downtown.

Vorbei an dem einen oder anderen Park ging es dann auch gleich weiter zur Fisherman´s Wharf und den vielen Piers.

Natürlich wurde auch ein Stopp an Pier 39 gemacht, wo es jede Menge zu sehen gab. Unter anderem auch die faulen Seelöwen, die der Meinung sind sich den ganzen Tag zu sonnen und das ein oder andere mal den dumm gaffenden Menschen am Steg mit ihrer Flosse „Hallo“ zu sagen.

Nicht allzu weit entfernt vom Hafen war auch die berühmte Lombard Street, die auf einem Teil der Strecke sehr steil und kurvenreich ist. Man sagt ihr nach, dass sie die kurvenreichste Straße sei. Denn auf dieser kurzen Distanz (145 Meter) hat sie acht Kurven und ist dazu noch recht steil. Was aber in San Francisco hier jede zweite Straße ist.

Das hat mir hier aber sehr gefallen, denn man hört seinen Motor im ersten Gang bei 3000 Umdrehungen den Berg hinauf fahren, wobei man aber des öfteren hofft, dass das Teil nicht gleich den Geist aufgibt. Oben angekommen gibt es die nächsten lustigen Problem. Wenn man an einer Kreuzung anhalten muss, muss man ja logischerweise auch wieder anfahren. Doch bei bis zu mehr als 30%iger Steigung ist das nicht gerade recht einfach. Und vor allem dann, wenn direkt hinter einem noch einer steht. Handbremse ist in dieser Stadt daher sehr sehr wichtig. Wie machen die das aber bei eisigen Temperaturen?!?! Egal!! Das zweite Problem ist, wenn man oben ankommt, dass man erst mal bis auf den Himmel und Motorhaube nichts sieht. Und da die ebene Fläche fast immer direkt an der Kreuzung anfängt, habe ich schon das ein oder andere mal etwas angst gehabt, oben einen Fußgänger unter meinem Auto abkratzen zu müssen. Ist aber alles nie dazu gekommen.

Am nächsten Morgen war auch eine Fahrt mit der Fähre angesagt. Es ging zum berühmten Gefängnis Alcatraz. Dort gab es die Möglichkeit sich die ganze Insel anzuschauen: Sehen wie die Gefangenen gelebt haben, aber auch die Angestellten. Denn diese hatten ihre Wohnungen auf der Insel gehabt. Im Gefängnis selber wurde man mit Kopfhörern und Abspielgerät ausgestattet, so dass man sich zu den ganzen Bereichen die ein oder anderen blutigen, raffinierten oder dummen Geschichten von Häftlingen vs. Wärtern erzählen ließ.

Aus dem Gefängnis wieder in die Freiheit entlassen, ging es für mich nach Haight Ashbury. Das ist so eine Mischung aus Kreuzberg und Friedrichshain. Viele kleine Läden, Restaurants, Cafés, die gleichermaßen von Studenten, Familien, Hippies und Touristen besucht werden. Und bei Dämmerung sieht man langsam wie das Nachtleben dort beginnt.

Als es dunkel war, habe ich mich auf zu den Twin Peaks gemacht. Von dort oben hat man einen kompletten Blick über die Stadt. Und das sieht bei Nacht nochmal richtig faszinierend aus.

Kaum war diese auch zu Ende, habe ich mich mit meinem Auto über die Golden Gate Bridge auf den Weg zu den Muir Woods in den Norden gemacht. Da sind zwei- bis dreitausend Jahre alte Bäume zu sehen, die gut über 100 Meter hoch sind. Hier konnte ich dann die Morgenluft ein wenig genießen.

Auf dem Weg zurück wurde ich von einem weiteren Phänomen San Franciscos überrascht: Der Nebel. Dieser zog direkt über die Golden Gate Bridge nördlich an San Francisco vorbei.

Den östlichen Teil der Stadt selber hat er nicht erreicht, so dass ich mich mit dem Cable Car bei strahlender Sonne auf in Richtung Downtown machen konnte.

Nach einigen Stunden dort zwischen den ganzen Geschäften, Straßenkünstlern aber auch Obdachlosen habe ich mich auf den Rückweg gemacht.

Den Abend, wie auch die anderen, habe ich zusammen mit meinem Gastgeber verbracht. Haben musikalische Interessen ausgetauscht und geteilt aber auch über das ein oder andere geredet.

Jetzt ist die Sonne gerade aufgegangen, und es heißt Abschied nehmen. Aber ich habe mir vorgenommen diese Stadt noch einmal zu besuchen.

4 Beiträge zu “War ein paar Stunden im Gefängnis”

  1. Hey Basti,
    ich dachte sie haben dich mal richtig in den Knast gesteckt für die Auswahl deiner Postkartenmotive ^^
    Hab mich sehr über deine Geburtstagspostkarte gefreut! 🙂

    Bleib sauber und lass dich bloooß nicht einsperren!
    Liebe Grüße vom Matze

  2. Bin schon eine ganze Zeit nicht dazu gekommen deinen Reisebericht zu folgen hab mir heute die Zeit genommen zu lesen.Superschöne Bilder und Videos. Hab einen schönen ersten Advent. Schöne Grüße Zottel. Und weiterhin alles Gute und viel Spaß auf deiner Reise.

  3. @Matze
    Ich wollte ja mal ins Gefängnis, doch niemand hat mich für voll genommen, so dass ich mir etwas Gefängnis erkaufen musste.

    @Zottel:
    Vielen Dank! Gruß auch zurück.

    @Mel
    also gelebt hätte ich da auch nicht wirklich wollen.

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