Kaum in Sydney angekommen, mich durch alle Kontrollen am Flughafen begeben, laufen mir doch glatt der Weihnachtsmann mit seinem Gehilfen über den Weg. Würde die Sonne nicht so knallen, könnte man fast meinen es wäre irgendwie Weihnachten. Auch wenn es nur noch knapp 2 Wochen bis dahin waren, bin ich weder in Neuseeland noch hier so richtig in Stimmung gekommen.

Auf dem Weg zu meinem Hostel habe ich mich fast heimisch gefühlt, denn endlich konnt ich mal sechs Tage an einem Ort verbringen. Das letzte mal war mir dieser Luxus in Berlin gegönnt. Und dementsprechend habe ich auch meinen ersten „Urlaub“ genossen. In der Zeit wurde nur das aller nötigste gemacht.

Habe mich am ersten Tag mit ein paar anderen Backpackern unterhalten, wichtige Informationen ausgetauscht und mich nach einem Supermarkt erkundigt.

Dort auch angekommen, wollte ich bei diesen Preisen gleich wieder rückwärts den Laden verlassen. Im Marco Polo Reiseführer stand geschrieben, dass die Preise vieler Waren und Dienstleistungen mit denen aus Deutschland und der Schweiz zu vergleichen wären. Also ich würde noch nicht mal die Preise aus der Schweiz mit Deutschland gleichsetzen wollen. Oder hat jemand in Deutschland schon mal für ein Kilo Kirschen 25 AU$ (ca. 19€), für drei Stunden parken 72 AU$ (ca. 54€) oder für ein Ben & Jerry´s Eis 12 AU$ (ca. 9€) bezahlt?! Ich denke nicht. Natürlich geht es günstiger, doch auch dann muss man schon weitaus mehr bezahlen als in Deutschland.

Naja, zum Glück brauchte ich nicht unbedingt Kirschen und ein Auto habe ich auch nicht. Wieder im Hostel angekommen, habe ich den Tag auf der Dachterrasse an mir vorbeiziehen lassen.

Natürlich wollte ich wenigstens ein bisschen tätig werden, und habe mir am nächsten Tag mal das Hostel angeschaut, welches Steffi und ich in knapp einer Woche beziehen wollten. Dort habe ich das erste mal gemerkt, wie die Realität von den Bildern im Internet abweicht. Vollkommen ernüchtert und geschockt habe ich mich auf den Rückweg gemacht. Das Zimmer mit integriertem Bad war nicht größer als 10 Quadratmeter, dunkel und absolut ungemütlich. Weder einen Schrank für Klamotten noch irgendwie Platz auf dem Boden für die Rucksäcke.

An einer Ampel sah ich ein Zettel, wo jemand Werbung für „Appartement statt Hotel“ machte. Auch wenn es schon keine Hostelbetten mehr über Weihnachten und Neujahr gab, habe ich mal nach Appartements im Internet geschaut. Tatsächlich habe ich auch noch eins gefunden, welches für diesen Zeitraum zu haben war. Ich habe sofort zugeschlagen und das Hostel storniert. Es hat uns am Ende zwar etwas mehr gekostet, doch dafür war es ungefähr dreimal so groß. Dazu gab es noch eine voll ausgestattete Küche und einen Balkon. Von einer Sauna, Fitnessraum, Pool auf dem Dach und ein kleines Frühstück jeden Morgen will ich garnicht erst reden. Das alles war aber sein Preis wert.

Dieses Problem auch gelöst, habe ich die nächsten Tage mit Claudia aus Deutschland und Pieter aus den Niederlanden verbracht.

Zwar kam Steffi aufgrund einer Menge unglücklich aneinander gereihten Ereignissen zwei Tage später in Sydney an, doch das war nach dem wunderschönen Sommertag auch ganz schnell wieder vergessen.

Die nächsten Tage haben wir ganz entspannt genossen. Dazu zählte jeden Morgen Frühstück auf dem Balkon und auch das ein oder andere Bad im Pool inklusive Saunagang.

Weihnachten kommt einem hier wie ein Witz vor. Die Stadt ist zwar geschmückt und man findet an jeder Ecke einen Weihnachtsbaum aber so richtig in Weihnachtsstimmung kann man hier nicht kommen. Bei 30 Grad und strahlendem Sonnenschein geht das einfach nicht. Darum haben wir beschlossen einfach mal total crazy zu sein und an Heiligabend in die Kirche zu gehen. So erlebten wir eine echte australische Weihnachtsmesse mit Predigt und Chorgesang. Ganz artig sind wir auch jedes mal aufgestanden und haben mitgesungen. Als es vorüber war und die Türen geöffnet wurden, erwarteten wir Kälte und Schnee. Wir wurden aber enttäuscht und es waren nur warme Temperaturen.

Den ersten Weihnachtsfeiertag verbrachten wir am Strand von Manly und saßen, wie viele andere auch, mit unseren Weihnachtsmann-Mützen am Strand.

Aber auch das ganz normale Touristenprogramm wurde durchgezogen. Dazu gehörten der Hafen, das Sydney Opera House, der Botanische Garten, einmal auf den Sydney Tower rauf und wieder runter, die Blue Mountains, der berühmte Bondi Beach und natürlich Silvester vor der Harbour Bridge.

Um Silvester auch richtig erleben zu können, haben wir Tage vorher recherchiert und uns einen Schlachtplan zurecht gelegt. Denn an diesem Abend ist ganz Sydney auf den Straßen unterwegs, so dass sogar Plätze bereits um 15 Uhr geschlossen werden. So trafen wir uns dann am 31. Dezember bereits um 11 Uhr morgens mit Pieter und Claudia am Hafen und sind mit der Fähre an unseren ausgeguckten Platz gefahren. Dort angekommen fanden wir direkt eine gute Stelle mit einem fantastischen Ausblick. Von da an mussten wir nur noch 12 Stunden warten. Aber das Feuerwerk vor der unglaublichen Skyline von Sydney entschädigte uns für alles.

2 Beiträge zu “Mein erstes Weihnachten im Sommer”

  1. tolle Bilder ! Man sieht euch den Fun an den ihr da habt ! HAHAHA der Sebastian sieht aus wie mti Caramell überzogen so braun is der ! 1000 Grüße aus der MATSCH-Braunen Hauptstadt !

  2. wahnsinnsbilder! und braun seid ihr! und steffi auch schon ganz dolle! wünsch mich aus dem matsch zu euch!!!!!!!!!!!!!!!

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