Am nächsten Morgen habe ich mich endgültig aus dem Süden Floridas verabschiedet und auf den Weg nach Orlando gemacht. Auf die Stadtautobahn (wenn man es dort so nennen darf) rauf, fielen mir auch gleich wieder die sieben Spuren auf beiden Seiten auf. Und die waren alle sehr gute gefüllt. Aber je weiter man fährt, desto weniger Spuren werden es. Fünf Spuren sind ja schließlich weniger als sieben.

Auf den Highways und Interstates gibt es neben den so lustige Reklameschildern auch ganz offizielle staatliche Werbeschilder. Die sagen einem immer, welche Fastfood Ketten einen an der nächsten Ausfahrt die Hüften mal wieder etwas mehr bestücken wollen. Das selbe gibt es auch für Tankstellen.

Wenn wir jetzt schon mal beim Tanken sind, was ja auch diesmal wieder anstand. Ich wusste ja, dass das Benzin in den Staaten günstig ist, aber dass der Liter Regular hier nur umgerechnet 0,55 Euro kostet, hat mich schon fast umgehauen. Bei diesen Preisen ist es nicht ganz so schlimm, wenn ich alle 2-4 Tage tanken muss. Das Auto verbraucht trotz Automatik und ab und an mal mit eingeschalteter Klimaanlage nur um die 7,5 Liter. Hätte bei diesem Auto mit mehr gerechnet.

Für 29$ vollgetankt, ging es weiter nach Sebastian. Ich war ja schon begeistert, als ich meinen Namen auf einem Straßenschild sehen durfte.

Die Kleinstadt ist ganz überschaubar direkt am Atlantik. Es gibt nen eigenes Krankenhaus, Yachthafen, Schule, Rathaus, Kirche und noch jede Menge andere Einrichtungen, die mit meinem Namen ja gleich an Wert zulegen.

21 Meilen weiter kam auch gleich Melbourne. Hätte ich mir ja den Trip nach Australien sparen können. Aber Melbourne war bis auf das Ortseingangsschild nicht so schön wie es Sebastian gewesen war. Bin daher auch nicht wirklich lange dort gewesen. Was aber mal wieder typisch ist, sind die schönen langen Straßen, wo es links und rechts von Supermärkten, Fastfood Ketten, Autohändlern, Tankstellen und wo man sonst noch alles Geld loswerden kann nur so wimmelte.

Nun ging es auch direkt nach Orlando zum Citrus Bowl Stadium. Denn ein Freund wollte ja mal ein paar Bilder aus einem menschenleeren Stadion bekommen. Und da ich ja den Wünschen versuche gerecht zu werden, stand ich nun davor. Wie erwartet, war das Stadion geschlossen. Da ich von den Absperrgittern aus schon die Tribünen sehen konnte, war das Innere ja schon zum Greifen nah. Zum Glück hat sich bei einem Tor aufgrund von zwei Schwenktüren mit ein wenig Spielraum im abgeschlossenem Modus eine gute Möglichkeit ergeben aufs Grundstück zu kommen. So waren es nur noch knapp 40 Meter bis zur Treppe ins Stadion. Mit dem Herzen in der Hose oder vor Aufregung so stark pochend, dass es meine Zunge fast geküsst hätte, bin ich rauf ins Stadioninnere gegangen. Aber immer wieder mit einem Blick in alle Richtungen, ob auch ja keiner zu sehen war. Doch währenddessen sah ich einen Polizeiwagen in Schritttempo auf den Eingang zufahren. Ich habe mich in diesem Moment schon abgeführt im Gefängnis gesehen. Doch scheinbar hat man mich nicht gesehen, da der Wagen kurze Zeit später auch wieder weg war. Nun habe ich aber meine Beine in die Hand genommen umso schnell wie möglich ungesehen aus dem Stadion zu kommen.

Die Freiheit hatte mich wieder. Doch auf den Weg zu meinem Wagen kam mir der Polizeiwagen ganz langsam entgegen. Freiheit doch wieder dahin waren meine Gedanken. Er stieg aus seinem Wagen aus und fragte mich was ich hier mache. Die Frage war ja auch berechtigt, da es hier absolut tot war. Ich meinte, dass ich für einen Freund aus Deutschland Fotos mache, da er Stadien liebt. Darauf hin meinte er lachend, dass er auch schon mal in Deutschland gewesen ist. Da war mir klar, dass mich keiner erkannt hatte. Nach einem gemeinsamen Foto mit ihm war das der bisher aufregendste Moment gewesen.

Anschließend habe ich mich auf den Weg zu Renee gemacht. Meine Schlafgelegenheit für die nächsten 3 Nächte. Wie ich dieses Couchsurfing lieben lernen werde. Dort angekommen, waren gerade 2 andere Couchsurfer aus North Carolina am zusammenpacken gewesen. Die beiden hießen Zack und haben in Orlando gerade Abnehmer für ihre Geschäftsidee gesucht. Dabei ging es um so eine Art Socken, den man über seine Flaschen ziehen kann. Das soll kühle Getränke länger kalt halten und heiße Getränke länger wärmen.

Wir haben uns noch etwas unterhalten, bevor sie wieder zurück mussten. Der eine Zack gab mir auch seine Visitenkarte und meinte, wenn ich auf meiner Reise in Wilmington vorbeikomme, kann ich gerne mal durchklingeln. Das werde ich auf jeden Fall machen.

Am nächsten Morgen war Renee schon auf Arbeit, als ich mich so langsam bemühte aufzustehen. Anschließend bin ich mit ihrem absolut verschmustem Hund Otto ein wenig Gassi gegangen.

Danach habe ich mich mal auf den Weg durch Orlando gemacht. Die Häuser hier waren zum einen nicht so hoch wie in Miami und auch nur in begrenzter Stückzahl vorhanden, was mich aber überhaupt nicht störte. Anschließend habe ich mich auch mal auf in Richtung Disneyland gemacht. War zwar nicht drin gewesen, doch das Areal drumherum war absolut riesig gewesen, so dass ich mir nur ausmalen konnte, wie groß der eigentliche Besucherbereich ist. Ich weiß nur eins: der war definitiv zu groß um an einem Nachmittag besichtigt werden zu können.

Nicht ganz so schlimm, aber trotzdem noch recht groß, war es auch bei Universal gewesen. Wenn ich mal das vergleiche was ich gesehen habe und im Reiseführer über Orlando stand, ist diese Stadt ein reines Paradies für Kinder. Denn dort reiht sich ein Vergnügungspark und Badeparadies ans andere.

Abends wieder bei Renee angekommen, standen auch schon kurze Zeit später die beiden nächsten Couchsurfer vor der Tür. Zwei Kerle aus Israel waren es. Da das freie Zimmer in ihrem Haus aber generell für Couchsurfer ist, und hier mit drei aufblasbaren Schlafbetten genug Platz ist, störte mich das auch überhaupt nicht.

1 Beitrag zu “Ich war in mir”

  1. Geil. Der Motoradbiker is ja ne fotogene Sau 😀 Hahaha
    …und wieder ein Geco 🙂 hihi
    Walt Disney World ? Orlando, Orlandoooooo….da war ich ! Jucheeeh. Ich war sogar drin in den Parks….naja….als Au pair von einem 5 jährigen Kleinkind wurde ich dazu genötigt 😀

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