Am Abend habe ich mich zusammen mit meinem ganzen Zeug per Bus auf den Weg nach Sydney gemacht. Dort warteten am nächsten Morgen Michael, Steffi und Johanna auf mich. Wir haben uns dazu entschlossen die nächsten Monate gemeinsam durch Australien zu reisen.

Nachdem auch meine ganzen Klamotten irgendwie noch in unserem 4WD Platz gefunden haben, ging es gleich raus aus Sydney. Das Wetter dort hat nicht gerade zum verweilen eingeladen. Typisch Herbst eben!

Auf dem Weg zum Stockton Beach wurden die Wolken zum Glück immer weniger und die sonnigen Abschnitte daher auch länger. Somit mussten wir dort mit unserem Wagen nicht durch nassen Sand fahren. Er war richtig trocken und weich. Somit ist man immer schön versunken und bei dem einen oder anderen hinauffahren eines Sandhügels doch glatt mal stecken geblieben. Aber wir haben es doch bis zu dem Bootswrack und wieder zurück geschafft, sonst wären wir sicherlich nicht ganz sooo schnell bis nach Nelson Bay gekommen.

Dort haben wir einige Tage bei einer Freundin von Steffi verbracht. Drum herum gab es den ein oder anderen schönen Strand, den man natürlich bei diesem schönen Wetter ansteuern musste. Michael hat sich mit seinem Surfbrett zusammen gegen die Wellen etabliert und wir haben die knappen 30 Grad vom Strand aus genossen. Es musste aber trotz des schönen Wetters auch irgendwie weiter gehen.

Entlang der Küste in Richtung Norden kamen wir am Dorrigo National Park vorbei. Neben den ganzen Bäumen gab es einige Baumgeflechtkonstruktionen in deren Inneren man auf einen Baum klettern konnte. So habe ich es auch mal geschafft einen Baum auf ungefähr 15 Metern Höhe zu besteigen. Vorbei an dem einen oder anderen Netz einer Trichternetz Spinne bin ich ohne größere Blessuren wieder unten angekommen.

Aus dem Regenwald wieder heraus, sind wir zu einem Wasserfall ganz in die Nähe gefahren. Dort hatte ich die Möglichkeit genutzt direkt in einen solchen hinein zu schwimmen und anschließend direkt dahinter das Wasser aus 20 Metern Höhe von einer ganz anderen Perspektive aus fallen zu sehen.

Nach diesen wunderschönen Eindrücken ging es weiter in Richtung Coffs Harbour. Da das Wetter dort nicht mehr als Regen zu bieten hatte, haben wir einen Tag ganz entspannt in einem Shopping Center verbracht. Da so eine Örtlichkeit aber nicht über mehrere Tage interessant ist, beschlossen wir gleich weiter nach Byron Bay zu fahren. Dort war das Wetter um einiges besser, und wir verbrachten wunderbare Tage am Strand und auf einem Berg.

Den ersten Tag habe ich mich auf Michaels Surfbrett geschwungen um zu schauen, was noch alles so übrig ist von dem, was man mal gelernt hat. Ich sage mal soviel: Das ganze ist definitiv noch ausbaufähig.

Da ich aber kein eigenes Board und auch nicht die Zeit habe mich damit wieder ewig auseinander zu setzen, habe ich mir kurzer Hand einfach ein Bodyboard gekauft. Denn die Wellen im Liegen zu nehmen, macht definitiv auch jede Menge Spaß. Besonders dann, wenn man eine zwei Meter hohe Welle so bekommt, dass man ganz oben drauf gleitet. Aber das ist nicht gerade sehr schön, wenn das Board vorne über kippt und die Welle einen anschließend „auffrisst“. Da kann ich schon froh sein, dass es mir durch das ein oder andere mal umher schleudern nicht den Arm ausgekugelt hat, wie es bei Michael an diesem Tag passiert ist. Naja, somit haben wir eine Nacht auf einem Caravanpark verbracht. Denn mit einem solchen angeschlagenen Arm braucht man schon mal ein wenig Platz beim Schlafen.

Die Nächte waren richtig angenehm, so dass wir Abends zusammen mit jeder Menge anderen Leuten an den vielen, typisch für Australien, kostenlosen BBQ Plätzen gesessen und gegessen haben.

Byron Bay im Nacken ging es weiter nach Surfers Paradise. Aber nicht ohne einen kleinen Zwischenstopp in Nimbin zu machen. Jetzt fragt sich sicherlich der ein oder andere: „Was ist Nimbin?“ Das habe ich mich natürlich auch gefragt. Nimbin ist das Amsterdam von Australien. Zwar um vieles kleiner, doch dort ist es möglich legal diverses Zeug zum Rauchen (und damit meine ich keinen Tabak) zu kaufen. Aber diese Kleinstadt hatte auch einen ganz eigenen Scharm, denn sie ist scheinbar in den 68er stehen geblieben. Es erinnerte mich sehr vieles an die Flower Power Zeit. War zwar selbst nicht dabei gewesen, doch es gibt das ein oder andere, was man aus Filmen oder Reportagen dazu aufgeschnappt hat.

Dagegen war Surfers Paradise eine komplett andere Welt. Nicht nur, dass es das Miami von Australien genannt wird, was ich durch meinen Start dieser Reise in Miami definitiv bestätigen kann. Nein! Es gibt sogar einen Ort in der Nähe, der Miami heißt. Zumindest wenn man den Straßenschildern Glauben schenken darf.

Auch wenn mich Miami damals nicht so ganz fasziniert hat, war es bei dieser Stadt irgendwie etwas anderes. Ich habe mich da recht wohl gefühlt. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass ich die letzten zwei Wochen Großstadtentzug hatte?!?! Ach wer weiß das schon.

Die Tage dort haben mir zumindest sehr gefallen. Die ganzen Hochhäuser, Palmen, schicken Autos, der Strand oder auch das Flair haben zum Bleiben eingeladen. Doch leider ist nichts für die Ewigkeit, und es ging einige Tage später weiter nach Brisbane.

In Brisbane lebt eine Freundin von Michael, die wir auch besuchten. Abends haben wir bei ihr auf der Terrasse gesessen, ein wenig gequatscht und uns die ein oder andere Info geben lassen.

So sind wir am nächsten Tag mit einem Schnellboot, welches zu den öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt gehört, mal den Fluss entlang gefahren. Vorbei an den ganzen Häusern und Villen mit eigenem Bootsanlegesteg. Da konnte man schon ein wenig neidisch werden. Aber auch ein Nachmittag in der Innenstadt und zum Sonnenuntergang auf dem Aussichtspunkt über die Stadt waren mit dabei. Nach einem gemeinsamen BBQ Abend bei der Freundin ging es für uns am nächsten Tag auch weiter in Richtung Norden.

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