Als um 5 Uhr in der Frühe mein Wecker mir versucht hat klar zu machen, dass ich doch langsam aufstehen soll, hatte ich für einen Augenblick überlegt, ob es das Richtige war, was in gut zweieinhalb Stunden starten wird. Doch ich hatte nicht wirklich Zeit darüber nachzudenken. Schließlich konnte ich mich mit diesem Gedanken ja die letzten 6 Monate auseinandersetzen. Und kurz davor den Schwanz einzuziehen ist nicht.

Somit ging es auch zum Flughafen. Nach der Verabschiedung und dem Check-In im Nacken war ich endgültig auf mich allein gestellt. Da kam dieser Gedanke nochmal kurz in mir auf: Ist es das Richtige?! Dieser wurde aber von der Neugierde auf etwas Einzigartiges verdrängt.

In München ging es ohne große Probleme in den nächsten Flieger nach Miami. Zehneinhalb Stunden Flug standen vor mir. Diese habe ich mit dem ein oder anderen Film aus dem reichhaltig gefüllten Entertainment Programm, dem leckeren Essen und den ganzen Getränken und der ein oder anderen Mütze versuchten Schlafens gut überstanden.

Am Airport angekommen kamen erstmal die ganzen formellen Sachen: Wo verbringst du deine erste Nacht, wie lange bleibst du in den Staaten, wieviel Geld hast du für deine Reise dabei, was arbeitest du, etc… Als das auch überstanden hatte, ging es daran mir meinen Leihwagen abzuholen.

Da gab es auch schon die ersten Probleme. Erstmal fanden die mich nicht in ihrem System. Als ich aber doch irgendwann gefunden wurde, war das Auto nur für 31 Tage reserviert. Nach ewigem hin und her und einigen Telefonaten und Rücksprachen der Dame von der Autovermietung, hatte ich auch endlich alles, um mir den Wagen 4 Decks tiefer abholen zu können.

Da kam auch gleich Robert auf mich zu, dem ich den Zettel gezeigt habe, wo drauf stand, dass er mir ein Auto aus dem Bereich Economy Class geben sollte. Wir gingen gemeinsam auf einen Toyota Yaris (3 türige Knutschkugel) zu. Und er fragte mich, ob das Auto OK wäre. Ich fragte ihn, ob er noch andere Autos hätte, daraufhin gingen wir gemeinsam in Richtung eines 5 türigen Dodges. Und er fragte mich diesmal wieder. Als ich mir das riesen Schlachtschiff so anschaute, sagte ich sofort zu. Ich weiß nicht, ob dieses Teil auch unter Economy fällt, aber was man mir anbietet, nehm ich doch ganz einfach mal. Gesagt getan. Mein 22,5 Kg schwerer Backpacker-Rucksack passte auch locker in den Kofferraum, so dass ich ordentlich viel Platz im Auto habe. Nach kurzem ausprobieren, wofür bei einem Automatikwagen die vielen schönen Buchstaben stehen, ging es auch los Richtung Ocean Drive.

Alle Vorhersagen trafen für diese Straße vollkommen zu. Ein aufgemotzter Wagen nach dem anderen, einer lauter als der andere (sowohl was den Motor angeht, als auch die Boxenausstattung). Aber ich konnte mich mit meinem Dodge dort gut und gerne sehen lassen. Mit einem Toyota Yaris wäre das sicherlich nicht so geil gewesen.

Als ich irgendwann einen Parplatz gefunden hatte, ging es dann auch gleich mal an den Strand. Obwohl der Horizont am Himmel immer dunkler und vor lauter Blitzen immer mal wieder aufgehellt wurde, wollte ich mir das an diesem Abend definitiv mal angeschaut haben. Obwohl es schon Abends so gegen 8 Uhr war (deutsche Zeit 2 Uhr Morgens), war ich noch nicht so wirklich müde gewesen. Ich fand das auch sehr gut, somit hoffe ich einfach mal, die Zeitverschiebung schnell in den Griff zu bekommen, wenn ich hier zu den normalen Zeiten erst schlafen gehe.

Als der Regen anfing sich über uns fallen zu lassen, machte ich mich auf dem Weg zu meinem ersten Couchsurfer Pablo. Das Appartment war ganz gemütlich eingerichtet. Er lebt dort mit seinen zwei Katzen. Wir haben ein wenig miteinander geredet, da fiel mir das „Romy Schneider – Ein Leben in Bildern“ auf. Er findet diese Frau toll und vor allem mag er „Sissi“.

Als der Regen endlich aufgehört hat, sind wir nochmal runter zum Wagen gegangen um meinen Rucksack zu holen. Die Straßen dort standen Knöcheltief unter Wasser. Das sei aber normal versicherte mir Pablo. Naja, mit nassen Füssen oben wieder angekommen, bin ich auch gleich unter die Dusche gesprungen, habe mir meinen Schlafsack (den ich diesmal nicht vergessen habe ;-)) genommen und es mir auf seiner Couch gemütlich gemacht. Nach knapp 24 Stunden auf den Beinen, war das sehr entspannend.

7 Beiträge zu “Die ersten Stunden meiner Reise”

  1. auf meinem nicht entspiegeltem Bildschirm sieht das eine Bild so aus, als würden deine Füsse in kochendem Wasser stehn…aber ganz so warm scheint es ja doch nicht zu sein 😉

  2. Super spannend zu lesen was du so erlebst. Ich hoffe, du hälst das mit dem Berichte schreiben und Fotos einstellen eine Weile durch ;o)

    Liebe Grüße

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