Mit den schnaufenden Seekühen im Rücken ging es langsam wieder in Richtung Osten. Orlando war der nächste Stopp. In dieser Stadt hat man nur zwei Möglichkeiten: Vergnügungspark oder vorbeifahren. Die Stadt wird gerne als das Las Vegas für Familien bezeichnet. Hier findet sich eine Riesen-Ansammlung von Vergnügungsparks jeglicher Art. Daher sollte man mindestens eine komplette Woche bleiben und ne Menge Geld dabei haben. Wenn man da nicht so drauf steht, geht es auch bedeutend kürzer. Wir haben uns für die zweite Variante entschieden, wollten aber trotzdem etwas machen, was typisch für diese Stadt ist. Lutz hat dazu den „Sling Shot“ herausgesucht. Dieser befindet sich im „Magical Midway Thrill Park“. Dabei sitzt man in einer Kugel und wird nach oben katapultiert. Wir haben uns mit einem solchen Teil auch schon vor zwei Jahren in Dallas in die Luft schießen lassen. Das Exemplar in Orlando ist aber mit ca. 120 Metern Höhe das weltweit größte seiner Art.

Bevor es aber soweit sein sollte, haben wir uns ganz entspannt die Innenstadt angeschaut. Dort war auch der Lake Eola Park mit einem großen See in der Mitte. Entlang des Ufers wimmelte es von jeder Menge Tieren. Das ist ja in den Staaten nicht ganz so selten. Was uns schon etwas gewundert hatte, waren die vielen Menschen. Wir haben diese „seltene Spezies“ sehr genossen. Vielleicht lag es aber auch daran, dass sehr viele mit ihrem Smartphone unterwegs waren, um Pokemons einzufangen. 😉 Aber wir wollen mal nicht so sein. Es war Sonntag, die Sonne schien, und einen Markt mit verschiedenen Ständen gab es dort schließlich auch noch.

Zum Einchecken im Motel angekommen, stellten wir erfreut fest, dass das Abendprogramm „Sling Shot“ direkt auf der anderen Straßenseite war. Wenn das mal nicht entspannend ist. Kurz nach Sonnenuntergang war der Andrang dort verständlicherweise größer als tagsüber. Aber das störte uns nicht, denn so hatten wir noch etwas Zeit, uns seelisch darauf vorzubereiten. Wenn man in dem Teil sitzt und nicht genau weiß, wann der Typ endlich den Knopf zum Abschuss drückt, ist es teilweise schlimmer als der Schuss nach oben. Daher konnte man oben noch etwas die Aussicht auf Orlando genießen.

Am nächsten Morgen ging es dorthin, wo bis 2011 das Space Shuttle nach oben geschossen wurde: zum Kennedy Space Center. Die ganzen Dinge, die es dort zu sehen und zu tun gibt, haben locker den ganzen Tag eingenommen. Wir sind es aber ganz entspannt angegangen, wie unsere letzten Tage auch. Da durfte auch ein Besuch in meiner Lieblingsstadt Sebastian nicht fehlen. Selbst Lutz war am Ende hellauf begeistert. Das lag aber nur daran, dass es dort in dem Riverview Park jede Menge Squirrels zu sehen gab.

Den letzten Abend wollten wir wieder bei Karl in Miami verbringen. Kaum dort angekommen, fragte er auch gleich, ob wir ihn in die Everglades begleiten. Er wollte dort zusammen mit zwei Couchsurfern ein wenig schießen. Da wir für diesen Abend schon Tickets für ein Baseballspiel der Miami Marlins hatten, mussten wir die drei leider alleine fahren lassen. Wir verabredeten uns aber für später.

Auf dem Weg zum Stadion saßen jede Menge Leute vor ihren Häusern und wedelten mit 10-$-Parkingschildern umher. Die hatten vor ihren Häusern Platz für vier bis fünf Autos. So kann man bei einem Spiel auch an Geld kommen. Als wir ankamen, waren noch jede Menge offizielle Parkplätze in dem Wohngebiet frei, so dass wir auf deren Angebot nicht zurückgreifen mussten. Auf dem Weg zum Stadion musste wir eine größere Hauptstraße ohne Ampel überqueren. Die dort stehenden Polizisten haben für Sportfreunde wie uns extra die Autos angehalten, damit wir die Straße überqueren konnten. Früher hat man solche Leute Schülerlotsen genannt. Ich finde es aber trotzdem ’ne gute Sache.

Nach dem gewonnenen Spiel von Miami sind wir wieder zurück in Karls Apartment, wo wir uns bis um zwei Uhr morgens unterhalten haben.

Am nächsten Morgen war ich voll überrascht, als Lutz nicht mehr im Bett lag. Hatte er es trotz dieser kurzen Nacht zum ersten Mal vor mir geschafft aufzustehen?! Dass ich das nochmal erleben darf. Vielleicht sollte er öfter solange wach bleiben.

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